Verhütung ist die Gesamtheit der Methoden, die eine Person freiwillig anwendet, um zu verhindern, dass ein Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft führt. Einige der nachfolgend aufgeführten Methoden helfen zudem, sich vor sexuell übertragbaren Infektionen zu schützen (Kondome) oder eine Schwangerschaft zu planen (natürliche Methode).

EIGENSCHAFTEN

Die Wahl einer geeigneten Verhütungsmethode kann schwierig sein. Die Tabelle gibt einen Überblick über die verfügbaren Verhütungsmittel und ihre Eigenschaften, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern. Seien Sie sich bewusst, dass Sie stets die Möglichkeit haben, zu wählen, zu wechseln, Fragen zu stellen und über das Thema zu sprechen. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Sprechen Sie darüber!“.

DIE EIGNUNG von Verhütungsmitteln

Die Verwendung von Verhütungsmitteln ist ein wichtiges Thema, das man mit seiner Sexualpartnerin/seinem Sexualpartner bzw. seinen Sexualpartner(inne)n auf jeden Fall besprechen sollte. Für einen selbstbestimmten Umgang mit der eigenen Fruchtbarkeit sollten die Dinge zwischen den Beteiligten stets klar sein. Dabei kann es sinnvoll sein, mehrere Verhütungsmethoden zu kombinieren – um die Sicherheit der Empfängnisverhütung zu erhöhen, die Verhütungslast zu teilen oder eine Infektion mit bzw. die Weiterübertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu verhindern. Die gleichzeitige Anwendung bestimmter Methoden kann die Wirksamkeit erhöhen. Aber Vorsicht: Bestimmte Methoden dürfen nicht kombiniert werden, da dies ihre Wirksamkeit beeinträchtigen würde! Die nachfolgende Tabelle informiert Sie darüber, welche Methoden zusammen angewendet werden können und welche nicht. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eine ärztliche Fachperson. 

Wann ist eine Notfallverhütung erforderlich?

Notfallkontrazeptiva verhindern, dass eine Eizelle und eine Samenzelle aufeinandertreffen ODER dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) einnistet. Andere Verhütungsmittel haben die gleiche Wirkweise, werden aber vor dem Geschlechtsverkehr angewendet, während Notfallkontrazeptiva nach dem Geschlechtsverkehr zum Einsatz kommen. Beachten Sie jedoch, dass eine befruchtete Eizelle, deren Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut abgeschlossen ist, bereits eine Schwangerschaft darstellt, auf die Notfallkontrazeptiva keinerlei Einfluss haben. Wenn dies bei Ihnen zutrifft, dann gehen Sie bitte zum Abschnitt „Ungewollte Schwangerschaft“. 

Es gibt zwei Methoden der Notfallverhütung: 

Es kann viele Situationen geben, die eine Notfallverhütung erforderlich machen. In der folgenden Tabelle können Sie nachlesen, in welchen Situationen die Gefahr besteht, dass Ihre Verhütungsmethode nicht funktioniert hat.

* Geschlechtsverkehr ohne zusätzliche Verhütung (z. B. ohne Kondom).

** Hinweis: Einige Minipillen auf Desogestrel-Basis erlauben eine verspätete Einnahme von bis zu 12 Stunden (d. h. bis zu 36 Stunden nach der letzten Pilleneinnahme). Lesen Sie die Packungsbeilage Ihrer Pille oder fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt bzw. Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker. 

*** Wenn Ihr Partner das Kondom ohne Ihr Einverständnis entfernt und den Geschlechtsverkehr ungeschützt fortgesetzt hat, kann dies nach luxemburgischer Rechtsprechung als Vergewaltigung bzw. in bestimmten Fällen auch als Körperverletzung gewertet werden. 

Foire aux questions

Wann nehme ich die Pille ein, wenn ich in ein Land mit Zeitverschiebung reise?

Ist der „Rückzieher“ eine wirksame Verhütungsmethode?

Beim „Rückzieher“ oder Coitus interruptus wird der Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen und zudem aus ihrer Umgebung (Vulva, Anus) entfernt. Dadurch soll verhindert werden, dass Sperma mit der Scheide in Berührung kommt, um das Schwangerschaftsrisiko zu minimieren. Diese Methode ist jedoch recht unsicher, da auch das Präejakulat (der „Lusttropfen“, eine kleine Menge Flüssigkeit, die vor der Ejakulation aus dem Penis austritt) Spermien enthalten kann, sodass trotzdem Samenzellen in die Scheide oder an den Scheideneingang gelangen können. Auch wenn das Präejakulat nur eine geringere Anzahl an Spermien enthält, kann es zu einer Befruchtung kommen. Zudem hängt die Wirksamkeit dieser Methode von der Fähigkeit des Partners ab, sich rechtzeitig zurückzuziehen und nicht auf die Vulva oder in die Scheide zu ejakulieren. Sie erfordert eine starke Kontrolle in einem Moment, der eigentlich mit „Loslassen“ verbunden ist, was insbesondere bei häufiger Anwendung dieser Methode schwierig sein kann. Daher gilt ihre Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Verhütungsmitteln als gering.

Beachten Sie bitte außerdem, dass der „Rückzieher“ nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützt.

Können Hormone Blutgerinnsel verursachen?

Hormonelle Verhütungsmittel müssen von einer ärztlichen Fachperson verschrieben werden. Diese stellt sicher, dass keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Person, die hormonell verhüten möchte, zu erwarten sind. 

Wie bei jedem anderen Medikament gibt es auch für die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel einige Kontraindikationen, die Ihre Ärztin/Ihr Arzt mit Ihnen besprechen wird (z. B. Rauchen). Zum Beispiel muss festgestellt werden, ob in Ihrer Familie bestimmte Erkrankungen gehäuft auftreten. 

Ein Blutgerinnsel ist ein kleiner Blutklumpen, der ein Blutgefäß verstopfen und damit die Sauerstoffzufuhr in verschiedene Teile des Körpers blockieren kann. Je nachdem, an welchem Ort das Blutgerinnsel auftritt, spricht man von einem Schlaganfall (Gehirn), einer Venenthrombose (Beine) oder einer Lungenembolie (Lunge).

Folgende Übersicht soll Ihnen helfen, das Risiko bei der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel richtig einzuschätzen : 

  • Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmittel einnehmen: 1 bis 10 Frauen/10.000
  • Frauen, die die Pille einnehmen: 10 bis 15 Frauen/10.000
  • Schwangere:  10 bis 20 Frauen/10.000
  • Frauen kurz nach der Entbindung: 440 Frauen/10.000

Die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel ist also mit einem leicht erhöhten Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels verbunden – jedoch ist dieses Risiko gegen die Vorteile abzuwägen. Sprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt!

Bin ich während der Stillzeit vor einer Schwangerschaft geschützt?

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit geringer ist, kann es während der Stillzeit zu einer Schwangerschaft kommen. Die Stimulation der Brustwarzen durch das Saugen des Babys regt die Ausschüttung von Prolaktin an. Dieses „Milchhormon“ hemmt den Eisprung (Anovulation). Das Stillen kann also als vorübergehende Verhütungsmethode eingesetzt werden. Sie wird als Laktationsamenorrhö-Methode (LAM, Lactational Amenorrhea Method) bezeichnet. Um ihre Wirksamkeit zu gewährleisten, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Regelblutung darf noch nicht wieder eingesetzt haben. 
  • Das Baby muss weniger als sechs Monate alt sein. 
  • Das Baby muss vollständig mit Muttermilch ernährt werden und mehrmals täglich in genauen, regelmäßigen Abständen an der Brust saugen. 

Um weitere Informationen zu erhalten, lassen Sie sich von einer ärztlichen Fachperson beraten.

Es ist schwer vorherzusagen, wann der Eisprung wieder einsetzt – und es ist möglich, dass dies bereits im ersten Monat nach der Entbindung geschieht. In diesem Fall können Sie auch schwanger werden. Daher wird empfohlen, während des Stillens stets ein zusätzliches Verhütungsmittel zu verwenden – selbst wenn das Baby ausschließlich gestillt wird. Weitere Informationen über Verhütungsmethoden, die nach der Entbindung empfohlen werden, bietet folgende Website (auf Englisch): https://postpartumfp.srhr.org/.

Warum spricht man von verschiedenen Generationen der Pille?

Die Kombinationspillen der ersten Generation wurden in den 1950er Jahren entwickelt. Später folgten die Pillen der zweiten, dritten und vierten Generation. Die Unterscheidung der verschiedenen Generationen der Pille basiert auf den Molekülen, die sie enthalten.

Die Pillen der dritten und vierten Generation standen in letzter Zeit in der Kritik, da im Vergleich zu den Pillen der zweiten Generation ein leicht erhöhtes Thromboserisiko beobachtet wurde. Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt, die/der Ihnen eine geeignete Pille empfehlen kann! 

Ich möchte keine Regelblutung mehr haben. Kann ich ein Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen (Kombinationspille, Hormonpflaster oder Vaginalring) kontinuierlich über mehrere Jahre einnehmen?

Es gibt keine medizinische Kontraindikation, die gegen die Einnahme der Pille ohne Pause sprechen würde, um die Regelblutung zu unterdrücken. Wenn Sie die Pille jedoch kontinuierlich über einen längeren Zeitraum einnehmen, steigt das Risiko für unregelmäßige Zwischenblutungen. (siehe: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25072731/)

Kommt es durch hormonelle Verhütungsmittel zu einer Gewichtszunahme?

Die ersten Generationen der Pille waren höher dosiert als heutige Präparate: Sie verursachten zum Teil recht unangenehme Nebenwirkungen. Heute bemerken Frauen während der ersten Zyklen nach Beginn der Pilleneinnahme möglicherweise eine leichte Gewichtszunahme. Im Durchschnitt beträgt diese bis zu 2 kg. Diese Gewichtszunahme ist auf das in einigen hormonellen Verhütungsmitteln enthaltene Östrogen zurückzuführen, das Wassereinlagerungen hervorrufen kann. Beachten Sie jedoch, dass eine Gewichtszunahme verschiedene Ursachen haben kann und daher auch andere Gründe in Betracht gezogen werden sollten. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, denn wenden Sie sich an Ihre Ärztin/Ihren Arzt. 

Ist es nicht einfacher, keine Verhütungsmittel zu verwenden, sondern nach dem Geschlechtsverkehr als Notfallverhütung die „Notfallpille“ einzunehmen?

Die „Notfallpille“ ist ein Verhütungsmittel für den Notfall, d. h. wenn das eigentlich verwendete Verhütungsmittel nicht funktioniert hat (z. B. Pille vergessen, Kondom gerissen usw.) oder wenn ein Geschlechtsverkehr ohne jegliche Verhütungsmittel stattgefunden hat. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine Notfallpille brauchen, dann sprechen Sie mit einer ärztlichen Fachperson oder Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker. Wichtig ist, dass Sie so schnell wie möglich Hilfe suchen, da die Notfallpille nur eine gewisse Zeit lang wirksam ist. Je länger Sie mit ihrer Einnahme warten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Schwangerschaft verhindert (maximal 3 bis 5 Tage nach dem Geschlechtsverkehr). 

Wir benutzen gleichzeitig ein Kondom und ein Femidom (Kondom für die Frau). Clever, oder?

Leider nein! Es besteht ein hohes Risiko, dass eines der beiden reißt. Entscheiden Sie sich für die Art von Kondom, mit der Sie am besten zurechtkommen.

Wirken sich hormonelle Verhütungsmittel auf die Libido aus?

De plus en plus de femmes témoignent d’une baisse de désir lorsqu’elles prennent des contraceptifs hormonaux. Peu d’études ont réellement analysé le sujet. Nous ne pouvons nier les vécus des femmes. Par contre, rappelons que le désir sexuel n’est pas qu’une question hormonale. Ainsi, pour certaines femmes, savoir qu’elles utilisent un contraceptif fiable leur permet d’être plus rassurées et apaisées et d’avoir des rapports sexuels plus satisfaisants.

Wie funktioniert die „Notfallpille“?

Die „Notfallpille“ enthält Gestagenhormone und verzögert den Eisprung. Sie muss daher so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Zu beachten ist, dass die Notfallpille keine Abtreibungspille ist. Sie verringert die Chancen, dass sich eine bereits befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet (Nidation). Wenn die Einnistung der Eizelle jedoch bereits abgeschlossen ist, hat die Notfallpille keinerlei Wirkung mehr, denn die Schwangerschaft hat bereits begonnen.

Dies erklärt, warum die Wirksamkeit der Notfallpille nicht 100 % beträgt.

Es wird empfohlen, 19 Tage nach der Einnahme der Notfallpille einen Schwangerschaftstest durchzuführen, um zu überprüfen, ob sie gewirkt hat.  

Kann die Notfallpille häufig angewendet werden?

Manche Personen verwenden die Notfallpille punktuell zur Empfängnisverhütung. Ihre Verwendung ist nicht gesundheitsschädlich, und zwar auch dann nicht, wenn sie in ein und demselben Monat mehrmals eingenommen wird. Die „Notfallpille“ enthält ausschließlich Progesteron. Dieses synthetische Hormon unterliegt keinen Kontraindikationen; daher ist die Notfallpille auch in Apotheken frei verkäuflich (d. h. ohne Rezept). Nach der Einnahme können Nebenwirkungen auftreten, die jedoch meist innerhalb der ersten 24 Stunden wieder verschwinden.

Beachten Sie jedoch, dass die Notfallpille nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützt. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr nach ihrer Einnahme hat die Notfallpille zudem keinerlei verhütende Wirkung. Vielmehr handelt es sich um ein Verhütungsmittel, das nach dem Geschlechtsverkehr angewendet wird.

Ich nehme hormonelle Verhütungsmittel ein und habe die Notfallpille verwendet. Muss ich mein hormonelles Verhütungsmittel weiterhin wie gewohnt fortsetzen?

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, welche Art von Notfallpille Sie verwendet haben.

Wenn es sich um die Gestagenpille Norlevo© handelt (die bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann), müssen Sie während der folgenden 7 Tage eine Barrieremethode anwenden (z. B. Femidom oder Kondom) UND Ihr gewohntes hormonelles Verhütungsmittel wie folgt fortsetzen:

  • Wenn Sie eine Minipille oder Kombinationspille nehmen, können Sie Ihre Packung wie gewohnt fortsetzen.
  • Wenn Sie Hormonpflaster verwenden, müssen Sie ein neues Pflaster aufkleben.
  • Wenn Sie einen Vaginalring verwenden, müssen Sie einen neuen Ring einlegen.

Wenn es sich um die Pille Ellaone© (Ulipristalacetat) handelt (die bis zu 5 Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann), müssen Sie eine Barrieremethode anwenden und 6 Tage warten, bevor Sie Ihr gewohntes hormonelles Verhütungsmittel fortsetzen. Nach der Wiederaufnahme der hormonellen Verhütung muss die Barrieremethode für weitere 7 Tage angewendet werden.

Ich habe eine Notfallpille zu Hause und werde ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Kann ich sie kurz vorher zur Verhütung einnehmen?

Nein. Die Notfallpille muss nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Wenn sie vorher eingenommen wird, hat sie keine empfängnisverhütende Wirkung, sie verhindert also keine Schwangerschaft.

Ist es möglich, die Regelblutung komplett zu unterdrücken?

Bei einigen kontinuierlich angewendeten Verhütungsmitteln kann die Regelblutung ausbleiben.   Dies gilt für die Hormonspirale, Hormonimplantate und Gestageninjektionen.

Bei anderen Verhütungsmitteln, wie der Pille, dem Hormonpflaster oder dem Vaginalring, kann die Regelblutung um einen oder mehrere Zyklen verschoben werden. Am besten besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Ich habe Zwischenblutungen. Ist das normal?

Es kann vorkommen, dass außerhalb der Periode Blutungen auftreten, die man auch als Schmierblutungen oder „Spotting“ bezeichnet. Diese sind in der Regel weder besonders stark noch gesundheitsschädlich und werden von vielen Frauen beobachtet – unabhängig davon, ob sie verhüten oder nicht. Schmierblutungen sind auf ein hormonelles Ungleichgewicht zurückzuführen, das durch einen Wechsel des hormonellen Verhütungsmittels, eine emotionale Veränderung oder großen Stress, eine Zeitverschiebung, die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel ohne Pause usw. verursacht werden kann. 

Bei einigen Frauen tritt auch zum Zeitpunkt des Eisprungs eine Zwischenblutung auf, die ebenfalls ungefährlich ist.

Wenn Sie sich wegen Ihrer Zwischenblutungen Sorgen machen, dann zögern Sie nicht, mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber zu sprechen. 

Wenn ich Zwischen- oder Schmierblutungen (Spotting) habe, muss ich dann meine hormonelle Verhütung für ein paar Tage unterbrechen?

Nein, auf keinen Fall! Wenn Sie Ihr hormonelles Verhütungsmittel (Pille, Pflaster, Ring) unterbrechen, besteht die Möglichkeit, dass ein Eisprung stattfindet! Dadurch geht Ihr Empfängnisschutz verloren. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Verhütung ganz normal fortsetzen, auch wenn Sie 2–3 Tage lang Schmierblutungen haben. Wenn Sie sich wegen Ihrer Schmierblutungen Sorgen machen, dann zögern Sie nicht, mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber zu sprechen.

Sind hormonelle Verhütungsmittel für Raucherinnen zu empfehlen?

Für Frauen ab 35 Jahren stellt das Rauchen eine Kontraindikation für hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen (Kombinationspille, Hormonpflaster, Vaginalring) dar. Die natürliche Alterung der Blutgefäße in Kombination mit Tabak und Östrogen kann das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen, die zu Schlaganfall (Gehirn), Venenthrombosen (Beine) und Lungenembolien (Lunge) führen. Als Faustregel gilt, dass Raucherinnen, die ein Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen verwenden, ab 35 Jahren andere Verhütungsmittel in Betracht ziehen sollten, um dieses Risiko zu verringern. 

Bis zu einem Alter von 35 Jahren können hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen auch von Raucherinnen verwendet werden, jedoch ist das Risiko einer Gefäßkomplikation für sie höher als für Nichtraucherinnen. 

Wenn Sie sich in dieser Situation befinden, denn besprechen Sie das Thema auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt: Es gibt mehrere Alternativen!

Was soll ich tun, wenn ich meine Pille vergessen habe?

Wenn Sie vergessen haben, Ihre Pille einzunehmen, müssen Sie verschiedene Dinge berücksichtigen: Hatten Sie an demselben Tag oder in den 7 Tagen davor Geschlechtsverkehr? Welche Art von Pille nehmen Sie? In welcher Pillenwoche befinden Sie sich? Lesen Sie am besten die Packungsbeilage Ihrer Pille oder wenden Sie sich an eine ärztliche Fachperson.

Bei der Kombinationspille sind Sie nicht mehr geschützt, wenn Sie die Einnahme länger als 12 Stunden vergessen haben; bei der Minipille geht der Empfängnisschutz bereits nach 3 Stunden verloren. Holen Sie die vergessene Pille so schnell wie möglich nach – selbst wenn dies bedeutet, dass Sie die vergessene und die folgende Pille gleichzeitig einnehmen müssen.

Wenn Sie am Tag der vergessenen Pilleneinnahme und/oder in den 7 Tagen davor keinen Geschlechtsverkehr hatten, dann setzen Sie die Packung fort, verwenden Sie jedoch 7 Tage lang zusätzlich ein Kondom. Wenn Sie ein sogenanntes „Mehrphasen-Präparat“ mit Pillen unterschiedlicher Farbe nehmen, ist es wichtig, dass Sie nach der vergessenen Pilleneinnahme noch an 7 aufeinanderfolgenden Tagen eine farbige Pille einnehmen. Sollten Sie die Pilleneinnahme zum Ende der Packung vergessen haben, dann nehmen Sie die weißen/wirkstofffreien Placebotabletten (siehe nächste Frage) nicht ein, sondern beginnen Sie direkt mit einer neuen Packung. Achtung: Nicht alle Pillenarten enthalten Placebotabletten. Wenn Ihre Pille keine weißen/wirkstofffreien Placebotabletten umfasst, dann setzen Sie die Einnahme ohne Pause fort. 

Wenn Sie am Tag der vergessenen Pilleneinnahme und/oder an den 7 Tagen davor Geschlechtsverkehr hatten, dann lassen Sie sich von einer ärztlichen Fachperson beraten. Wenn der Geschlechtsverkehr nur kurze Zeit zurückliegt, können Sie in einer Apotheke oder bei Planning Familial eine Notfallpille besorgen. Nehmen Sie bis dahin weiter die Pille ein und benutzen Sie beim Geschlechtsverkehr zusätzlich ein Kondom. Wenn Sie bei der Minipille zwei oder mehr Pillen vergessen haben, sollten Sie auf jeden Fall Ihre Ärztin/Ihren Arzt bzw. Planning Familial kontaktieren und sich beraten lassen. Bei der „Mehrphasen“-Kombinationspille gilt: Wenn es sich bei der vergessenen Pille um eine weiße/wirkstofffreie Placebotablette handelt, hat die vergessene Einnahme keine Folgen.

Was ist eine Placebotablette?

Sogenannte „Mehrphasen-Präparate“ enthalten meist 7 Tabletten (manchmal auch weniger), die in der Regel weiß sind (bzw. eine andere Farbe haben als die hormonhaltigen Pillen) und keinen Wirkstoff enthalten. Diese „Placebotabletten“ dienen bei der Kombinationspille dazu, die Gewohnheit der täglichen Pilleneinnahme nicht zu unterbrechen, sodass auch während der Abbruch- oder Entzugsblutung* eine Pille eingenommen wird. Diese wirkstofffreien Pillen müssen nicht unbedingt eingenommen werden – alternativ können Sie eine entsprechend lange Pillenpause einlegen. Achtung: Bei der Minipille (die nur Progesteron enthält) gibt es keine Placebotabletten. 

* Die Abbruch- oder Entzugsblutung tritt während der monatlichen Pillenpause bzw. während der Einnahme der Placebotabletten auf. Sie ist keine „natürliche Regelblutung“, sondern dient lediglich der Nachahmung des Zyklus der Frau; in der Regel dauert diese Blutung auch weniger lange.

Können hormonelle Verhütungsmittel helfen, eine weniger schmerzhafte und regelmäßigere Regelblutung zu erreichen?

Die meisten hormonellen Verhütungsmittel führen zu einer regelmäßigeren Regelblutung, die manchmal auch weniger schmerzhaft ist. Wenn Sie mit der Einnahme eines hormonellen Verhütungsmittels beginnen, kann es jedoch in den ersten Monaten zu unregelmäßigen Zwischen- oder Schmierblutungen (Spotting) kommen.

Was kann ich bei einer ungewollten Schwangerschaft tun?

In Luxemburg hat jede Person das Recht, ohne Zwang selbst zu entscheiden, ob sie ihre Schwangerschaft fortsetzen möchte oder nicht. Wichtiger Hinweis! Der Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) ist kein Mittel zur Empfängnisverhütung. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Ungewollte Schwangerschaft“. 

Kann man von Oralsex schwanger werden?

Nein. Es ist nicht möglich, von Oralsex schwanger zu werden, da das Sperma nicht mit dem Scheideneingang in Berührung kommt.

Beachten Sie jedoch, dass man bei Oralsex ohne Kondom nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten geschützt ist.

Ist eine Schwangerschaft möglich, wenn keine Penetration stattgefunden hat?

Ja, eine Schwangerschaft kann entstehen, wenn das Sperma mit dem Scheideneingang in Berührung gekommen ist und die Spermien anschließend bis zur Gebärmutter aufsteigen. Beachten Sie außerdem, dass auch das Präejakulat (Flüssigkeit, die vor der Ejakulation aus dem Penis austritt) Spermien enthalten kann – dieser „Lusttropfen“ enthält zwar eine geringere Anzahl von Spermien, diese können aber dennoch zu einer Schwangerschaft führen.

Außerdem können Spermien bis zu 5 Tage nach dem Geschlechtsverkehr in den inneren Genitalien überleben. Daher besteht ein Schwangerschaftsrisiko auch dann, wenn die Pille innerhalb von 5 Tagen nach dem Geschlechtsverkehr vergessen wird.

Aus denselben Gründen kann eine Schwangerschaft entstehen, wenn der Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide „zurückgezogen“, aber kein Kondom oder Femidom verwendet wurde. 

Ich hatte während meiner Regelblutung ungeschützten Geschlechtsverkehr. Kann ich schwanger werden?

Wenn Sie keine Verhütungsmittel nehmen: Ja, es ist möglich, schwanger zu werden, wenn Sie während Ihrer Regelblutung ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Es kann sein, dass in den Tagen nach der Regelblutung ein Eisprung stattfindet, und Spermien können mehrere Tage in der Gebärmutter überleben.

Wenn Sie ein hormonelles Verhütungsmittel einnehmen: Nein – vorausgesetzt, dass Sie Ihr Verhütungsmittel korrekt eingenommen haben.

Kann ein junges Mädchen während ihrer ersten Zyklen oder sogar vor ihrer allerersten Regelblutung schwanger werden?

Ja. Auch vor dem Einsetzen der ersten Regelblutung ist eine Schwangerschaft möglich. Innerhalb des Menstruationszyklus erfolgt der Eisprung etwa 14 Tage vor der Regelblutung. Der erste Eisprung findet also etwa 14 Tage vor der ersten Regelblutung statt, und ab diesem Zeitpunkt kann die Eizelle befruchtet werden. 

Ohne Verhütung können Frauen ab dem ersten Eisprung in jedem Zyklus schwanger werden, bis die Menopause einsetzt.

Welches Verhütungsmittel ist bei häufigem Wechsel des Sexualpartners zu empfehlen?

Das beste Verhütungsmittel ist stets dasjenige, das Sie selbst wählen und mit dem Sie gut zurechtkommen. Unabhängig davon, wie viele Sexualpartner(innen) Sie haben, kann man nicht allgemein ein „bestes“ Verhütungsmittel empfehlen.

Wenn Sie Ihre Partnerin/Ihren Partner häufig wechseln, sollten Sie daran denken, sich vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) zu schützen – zum Beispiel durch die Verwendung von Barrieremethoden wie Kondom, Femidom oder Lecktuch. Zudem können regelmäßige Tests sinnvoll sein, um Infektionen früh zu erkennen und Ihre Partner(innen) zu schützen.

Kann man mehrere Verhütungsmittel kombinieren?

Ja. Einige Verhütungsmittel können kombiniert werden, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Dies trifft jedoch nicht auf alle Verhütungsmittel zu, und die gleichzeitige Verwendung von Mitteln, die nicht für eine Kombination geeignet sind, kann das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft erhöhen.

Beispielsweise können das Kondom für den Mann und das Kondom für die Frau (Femidom) nicht gleichzeitig verwendet werden, da dadurch das Risiko steigt, dass die Kondome reißen.

Hingegen können sowohl Kondom als auch Femidom mit einer hormonellen Methode (Pille, Hormonspirale, Vaginalring, Hormonpflaster, Hormonimplantat) kombiniert werden. So wird die Verhütung mit einem Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen durch das Kondom verbunden.